Nur das Nötigste wird in einen Rucksack gepackt. Kein Koffer, kein bangen am Flughafen ob man die 23kg Grenze gerade noch so eingehalten hat. Maximal 8kg, denn mein Gepäck trage ich stundenlang jeden Tag am Körper.
Es geht irgendwo ins Nirgendwo. Dorthin wo keine Touristen sind. Linienbusse gibt es nicht. Orte mit 300 Einwohnern sind hier groß. Proviant ist eingepackt, Wasser füllt man bei Gelegenheit an Brunnen auf. Es gibt kleine Tante Emma Lädchen, oft nicht einmal das. Der nächste Supermarkt ist ein paar Stunden entfernt. Kein Auto, nur die Beine als Fortbewegungsmittel. Alles tut weh, aber nur in den ersten drei Tagen. Mit der Sonne aufstehen, noch besser vor ihr. Jeden Tag ein anderes Bett. Manchmal im Schlafsaal, manchmal zu zweit. Mal ist es bequemer, mal weniger.
Handyempfang und Internetverbindung sind selten. Das Smartphone verschwindet eh im Rucksack. Es dient maximal als Fotoapparat. Disconnected – die ultimative Erholung. Abschalten, Wochentage vergessen, keine Stunden zählen, kein Terminplan, kein Zeitdruck. Ruhe. Nur die Grillen zirpen, der Wind weht durch die Bäume und Steine knirschen unter den Schuhen. Man redet manchmal, schweigt oft. Die Wege sind nie gerade, oft steil, steinig und rutschig, manchmal gefährlich, immer unbeschreiblich schön. Falls ein Fluss den Weg kreuzt – reinspringen! Die Sonne knallt, selten regnet es, aber wenn, dann richtig. Ankommen ist das Tagesziel. Luxus wird neu definiert. Wieder einmal merken, wie wenig man eigentlich wirklich braucht, dankbar sein für alles was man hat. Erfolgsgefühle, erschöpft sein, auf eine Dusche und das Abendessen freuen, mit Fremden zusammen sitzen, essen und austauschen. Schlafen wie ein Baby.
Auf ein Neues.