5 Dinge die ich gelernt habe seitdem ich der Bühne den Rücken gekehrt habe

  1. Essen ist Genuss!

„Das muss nicht schmecken, es muss funktionieren!“, das war jahrelang mein Credo. Tiefkühlfisch in der Mirkowelle „zubereitet“? Kein Problem! Heute denke ich ganz anders darüber. Mein Essverhalten hat sich komplett revolutioniert. (Trotzdem bin ich im Alltag eher praktisch unterwegs wenn es um Mahlzeiten für unterwegs geht. :))

 

 

  1. Perfektion ist anstrengend!

Man strebt eine gefühlte Ewigkeit nach dem perfekten Bild bei dem jedes Detail stimmt. Form, Gesicht/ Make-Up, Posing,… alles muss stimmen. Lange lässt sich dieses Bild aber nicht aufrecht erhalten und es ist verdammt anstrengend sich ständig selbst mit seinem eigenen Idealbild zu messen. Nach dem Wettkampf folgt der innere Zwang sich rechtfertigen zu müssen, dafür dass die Form schon wieder schlechter geworden ist und man nicht mehr aussieht wie auf der Bühne. Oder schon dafür dass man wieder „normal“ isst. (Was ist eigentlich normal?!) Heute liebe und lebe ich das Freiheitsgefühl das mit (m)einem absolut unperfekten Wohlfühlkörper einhergeht. 🙂

 

  1. Kein Wettkampf dieser Welt ist es wert seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen!

Sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit leiden langfristig, sofern man ernsthafte Ambitionen im Bodybuilding hat! Selbst ohne den Missbrauch verbotener Substanzen betreibt man Raubbau an Körper und Seele. Der Weg aus einer Essstörung (betrifft nahezu jede/n Athletin/ Athleten) ist steinig und lang!

 

  1. Die Welt dreht sich nicht um dich!

Auch wenn Freunde und Familie dich hypen (wenn du Glück hast!) interessiert es nächste Woche niemanden mehr wie du bei deinem Wettkampf abgeschnitten hast. Deine Vorbereitung auf den Tag X erfordert all deine Energie. Du planst deinen Alltag, dein Leben rund um Training, kochen und essen. Deine eigene kleine Welt dreht sich nur um dich, aber du bist der einzige Mensch für den deine Einschränkungen und diese intensive Arbeit auf das Ziel hin von Bedeutung sind! Es interessiert niemanden ob dein Sixpack heute morgen etwas „schwammig“ aussah und deine Schultern etwas weniger gestreift waren als gestern. Seriously: Nobody cares! 😉

 

  1. Das echte Leben ist so schön!

Für mich waren Wettkämpfe eine Art Abtauchen in eine andere Realität. Der kleine Mikrokosmos Bodybuilding war meine Zuflucht, mein Zuhause. Ich konnte mich mit Gleichgesinnten umgeben, hatte Erfolg und bekam Anerkennung. All mein Ehrgeiz floss in mein Streben nach einer besseren Form und Top-Platzierungen bei internationalen Wettkämpfen, wobei die wirklich wichtigen Dinge im Leben auf der Strecke blieben, vor allem zwischenmenschliche Beziehungen (Familie, Freunde,…)

Heute plane ich mein Leben nicht mehr rund um Training und Mealprep, sondern setze meine Prioritäten ganz anders. First things first: Familie, Verantwortungen, Genuss und wenn es die Zeit zulässt: Training! 🙂

 

2 Gedanken zu “5 Dinge die ich gelernt habe seitdem ich der Bühne den Rücken gekehrt habe

  1. Ich kann das zu einhundert Prozent unterschreiben, es war eine tolle Zeit im BB, aber ich bin froh so heil da rausgekommen zu sein und ein “echtes“ Leben zu haben!
    P.S. ich erinnere mich immer noch gerne wie wir auf der FIBO 2012 heimlich vorm Finale zusammen Riegel genascht haben 🙂

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    1. Ohh ja, an solche Momente erinnert man sich dann besonders. 😂👍🏼 Du sagst es, viele schaffen eben nicht den Absprung und erleben nie das Glück des echten Lebens. 😕
      Liebe Grüße 💕

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