Mit Binge Eating zum Sixpack – Teil 2

Hier kommst du zum ersten Teil. 🙂

Binge Eating ist in den meisten Fällen ein hausgemachtes Problem. Der Mensch kommt in der Regel mit einem gesunden, hormongesteuerten Essverhalten auf die Welt. Als Kinder haben wir gegessen als wir hungrig waren, nicht gegessen wenn wir eben nicht hungrig waren. Wir haben Essen auf dem Teller liegen lassen und genascht ohne darüber nachzudenken. (Ich hoffe übrigens sehr, dass heute kein Kind mehr den Teller leer essen muss, „damit die Sonne scheint“…) Der Stoffwechsel war im Turbomodus, denn Wachstumsschübe brauchen Energie! Mit der Pubertät kam dann mehr oder weniger plötzlich ein gewisses Bewusstsein für den eigenen Körper, das eigene Erscheinungsbild und vor allem ein Bewusstsein für das Erscheinungsbild von anderen Mädels, Werbefiguren, Stars,… Figuren mit denen man sich wunderbar vergleichen und an denen man seine eigenen optischen „Defizite“ feststellen kann.

„Ich hab immer normal gegessen bis….“

Und hier beginnt sie oft, die erste Diät. Der Grundstein für die Binge Eating Problematik wird gelegt. Diätmythen aus Erzählungen, Zeitschriften oder Instagram verbreiten sich schnell. Man wird sehr experimentierfreudig und ist auf der Suche nach dem „Quick-Fix“ – der schnellsten Lösung um Gewicht zu verlieren. Du stellst fest dass du Einfluss auf deinen Körper hast. Wie aufregend!Fundiertes Wissen ist zu diesem Zeitpunkt noch so weit entfernt wie der Mond.

Alternative Geschichte: du hast eine Wettkampfdiät gemacht. Vielleicht auch mehrere. Eine strikte Kontrolle deiner Ernährung ist Basis für deinen Erfolg. „Am Ende zeigt sich, wer am meisten gelitten hat“, heißt es immer. Hunger wird in Kauf genommen, gar zelebriert. Erfolge werden schnell sichtbar, Zufriedenheit bleibt trotzdem ein Fremdwort.

Egal ob du die Diät „nur für dich“ machst, oder du auf der Bühne standest, irgendwann ist es soweit. Du hast schon so gut durchgehalten, dich exakt an deinen Plan gehalten und eine kleine Belohnung schadet ja nicht (erstrecht nicht nach einem Wettkampf, wo das große Fressen danach von den Athleten und Athletinnen freudig und stolz gefeiert wird)… nur ein Stück Schokolade wird doch nichts ausmachen… Das erste Stück schmeckt göttlich nach dem ewigen Verzicht der Diät. Leider wird aus der Geschmacksexplosion des ersten Stückes die ganze Tafel und aus der Tafel ein Schuldgefühl. Dazwischen hat irgendjemand einen Schalter umgelegt der dich plötzlich wie fremdgesteuert alles essbare in deiner unmittelbaren Umgebung vernichten ließ.

„Irgendjemand“ stimmt nicht ganz. Es ist dein Stammhirn, der älteste Teil deines Gehirns. Hier werden unter anderem Triebe und Überlebensmechanismen reguliert.

Survival of the fattest?!

Eine Fressattacke in oder nach einer Diät ist nichts anderes als eine Überlebensstrategie deines Gehirns. Unser Körper möchte möglichst ökonomisch arbeiten, möglichst wenig Energiereserven anzapfen und hergeben müssen. Die Reserven sichern unser Überleben. Der Körper hält an ihnen fest, weshalb es auch recht schwierig ist „einfach so“ Körperfett zu verlieren, im Gegensatz zu mühsam aufgebauter Muskelmasse, die sehr fix verschwindet wenn man sie verletzungsbedingt nicht nutzen kann oder einfach nicht mehr trainiert – „Use it or lose it!“

Eine überdurchschnittlich große Muskelmasse ist für den Körper lediglich ein überflüssiger Ballast, der mit Energie versorgt werden muss. Mehr Muskeln = mehr Energieverbrauch = unökonomisch. Eine ganz einfache Rechnung. Auf der anderen Seite: Körperfett = wertvolle Energiereserve = praktisch und ökonomisch!

„Triebgesteuertes Luxusproblem“

Früher, als der Mensch noch nicht 24/7 Zugang zu hochkalorischen Nahrungsmitteln hatte, gab es oft Hungerperioden in denen es einfach nichts gab. Nicht nur stundenlang, sondern auch mal tagelang! Was heute undenkbar ist, war damals normal – und, nebenbei bemerkt, Übergewicht gab es damals noch nicht. Das ist aber ein anderes Thema.

Ohne den triebhaften Impuls unseres Stammhirns alle verfügbare Nahrung reinzuschaufeln wäre die Menschheit vielleicht ausgestorben. Damals mussten Reserven angelegt werden wann immer es möglich war. Von ihnen musste unter Umständen lange gezehrt werden!

Binge Eating hat also einen Sinn! In gewisser Weise… Für uns, die den absoluten Luxus genießen nicht nur jeden Tag Essen im Überfluss zur Verfügung zu haben, sondern auch darüber entscheiden zu können eine Diät zu machen ist dieser Trieb lästig. Er kann die Gewichtsreduktion behindern und darüber hinaus sehr auf die Psyche schlagen.

Sind wir unseren Ur-Trieben also komplett ausgeliefert? Ein klares Nein! Wie du Binge Eating überwinden kannst, erfährst du im 3. Teil.

Mit Binge Eating zum Sixpack

Schon sehr lange schwebte mir der Gedanke im Kopf dieses empfindliche Thema ausführlicher auszuarbeiten und nun hatte ich Zeit und Muße dies zu tun. An Inspiration mangelte es nicht, denn die Konfrontation mit diesem Thema steht in gewisser Weise in meiner Jobbeschreibung. „Mit Binge Eating zum Sixpack“ – meine Namensgebung für diesen Blog ist natürlich unsinnig, aber oft gehören diese beiden unweigerlich zusammen, obwohl sie definitiv nicht zusammen passen.

Ich möchte diese Form des gestörten Essverhaltens näher erläutern, vor allem den Teufelskreis, der so viele Frauen davon abhält „normal“ zu essen.

Binge Eating ist ein Phänomen, dass ich sehr oft in Gesprächen mit meinen Coaching Klientinnen thematisieren und besprechen muss. Fast jede Frau, die mit einer längeren Diät-Vorgeschichte zu mir kommt, hat früher oder später Situationen erlebt, in denen sie schlichtweg die Kontrolle verliert. „Als ob jemand einen Schalter umlegt“, höre ich oft.

„Es ist, als würde man fremdgesteuert.“

„Binge Eating oder [die] Binge-Eating-Störung ist eine Essstörung, bei der es zu periodischen Heißhungeranfällen mit Verlust der bewussten Kontrolle über das Essverhalten kommt.“, sagt die Definition.

In der Vergangenheit wurden als Ursache fast ausschließlich psychische Faktoren genannt, wie das Bedürfnis nach dem Ausfüllen einer inneren Leere durch das übertriebene Füllen den Magens. Tatsächlich haben wir sogenannte Mechanorezeptoren in unserem Magen, die unserem Gehirn ständig Informationen über das Volumen, also seinen Füllstand übermitteln und ich möchte nicht leugnen, dass Binge Eating tatsächlich auch durch psychologische Ursachen ausgelöst werden kann. Binge Eating hat jedoch viele Gesichter. Im Folgenden werde ich mich auf die weit verbreitete Variante fokussieren, der Diäten zugrundeliegen.

„It’s you vs. you…“

Wenn du bis zu dieser Stelle gelesen hast, hast du entweder einfach nur Interesse an dem Thema (vielleicht ist jemand in deinem Umfeld betroffen?), oder du kennst es selbst, dieses Gefühl der absoluten Machtlosigkeit. Deine Diät lief doch eigentlich super. Du fühltest dich besser, deine Hosen saßen lockerer, die Zahl auf der Waage bestätigte: es läuft. Klar, man hat ab und an mal Hunger, aber das ist eben der Preis den man zahlt. Und irgendwann kam er, dieser Moment in dem bei dir scheinbar ein Schalter umgelegt wurde und du nicht aufhören konntest zu essen, obwohl du voll warst, obwohl du hättest satt sein müssen. Heute fällt dir auf, dass du schon lange nicht mehr weißt, wie sich satt sein anfühlt. Dein Magen ist in diesen Momenten ein schwarzes Loch. Geschmack, Qualität und Genuss des Essens sind dir dann nicht mehr wichtig. Nichts scheint so wichtig wie schnellstmöglich zu essen oder eher zu schlingen. Du kannst nicht aufhören. Du agierst als wärst du fremdgesteuert. Irgendwann ist es vorbei. Entweder hast du alles aufgegessen, ja regelrecht vernichtet, oder der Drang zu essen lässt nach und du erlangst ein Stück weit die Kontrolle zurück.

Die Fressattacken können extreme Ausmaße haben oder kleiner ausfallen. Wenn du dir vornimmst nur ein Stück Schokolade zu essen (extra getrackt, damit es in die Makros passt), aber du dann spontan die gesamte Tafel verschlingst und überlegst dann was du noch essen könntest, weißt du wovon ich rede.

Jetzt wirst du denken „Jeder hat doch schon mal eine ganze Tafel Schokolade gegessen. Das ist völlig normal!“ – Ja, stimmt! 100g Schokolade sind schnell inhaliert. Aber hier sind ein paar weitere Anzeichen dafür dass du betroffen sein könntest:

  • Beim Essen mit Familie oder Freunden drehen sich deine Gedanken konstant um das Essen. Du hast Angst vor den anderen zu viel zu essen, aber gleichzeitig das Gefühl alles alleine essen zu können.
  • Du isst heimlich. Niemand soll etwas merken.
  • Dein Schamgefühl ist schlimm. Du ekelst dich vor dir selbst.
  • Deine „Diätplanung“ bestimmt deinen Tagesrhythmus.
  • Deine Gedanken kreisen permanent ums Essen. („Wann kann ich das nächste Mal essen? Was werde ich essen? Wie viel werde ich essen? Wie oft werde ich heute noch essen? Was, wenn es nicht ausreicht? Was, wenn ich nicht satt werde? Hab ich alles getrackt? Was kann ich notfalls noch essen wenn meine Makros voll sind und ich noch Hunger habe? […]“
  • Du denkst über Kompensation nach oder versuchst sogar ungeplantes übermäßiges Essen zu kompensieren. (Ausdauertraining, Erbrechen, Medikamente,…)
  • Du hast das Gefühl dich für das übermäßige Essen bestrafen zu müssen und fühlst dich schuldig.
  • Du fühlst dich fremdgesteuert, außer Kontrolle und im Alltag beeinträchtigt.

Das sind also einige Symptome der Essstörung. Aber wie kann sie überhaupt entstehen? Darum geht es im 2. Teil. 🙂

Machen Antibiotika krank?

Hallo ihr Lieben,

momentan geht scheinbar wieder eine fette Erkältungswelle rum. Einige meiner Coaching Kundinnen nehmen gerade Antibiotika gegen die Erkältung. Ich bin keine Medizinerin, aber möchte trotzdem ein paar Worte zu der Einnahme von Antibiotika loswerden, weil ich denke dass zu wenig darüber informiert wird!

Die meisten Ärzte sind leider sehr schnell darin Antibiotika zu verschreiben, und das ohne auf die Nebenwirkungen, bzw. allgemeine Auswirkungen auf den Körper, die Darmflora etc. hinzuweisen. Der „Kosten/Nutzen“ Faktor steht oft in keiner Relation!

Antibiotika sollen bakterielle Infektionen bekämpfen. Die meisten Infekte, Erkältungen sind allerdings viral bedingt, was bedeutet dass das Antibiotikum schlicht nicht helfen kann. Nichts desto trotz wirkt es sich auf andere Bereiche im Körper negativ aus, z.B. die Darmflora in der sich gutartige Mikroorganismen/ Bakterien befinden die wir nicht nur für Nährstoffaufnahme und Verdauung benötigen, sondern auch zur Aufrechterhaltung unseres Immunsystems. Diese guten Bakterien werden durch Antibiotika massiv angegriffen und geschädigt, was wiederum ein geschwächteres Immunsystem zur Folge hat! Ein schwaches Immunsystem bedeutet dass man anfälliger ist für weitere Infekte und schon haben wir einen Teufelskreis!!

Was also tun? 

Es gibt kein Mittel gegen eine Erkältung, sondern nur Mittel die die Symptome lindern! Ich bin wie gesagt keine Ärztin (nur medizinisch sehr interessiert), aber empfehle euch diese blöden Krankheitstage auszuhalten und durchzustehen. Medikamente wie Aspirin Complex, Acc Akut, Wick Media Nait, usw. unterdrücken die Symptome ohne die Krankheitsdauer zu verlängern. Viel schlafen hilft am besten! Hausmittelchen wie heiße Zitrone mit Ingwer, erhöhte Zufuhr an Vitamin C,D und Zink tun in der Zeit gut.

Wenn der Arzt ein Antibiotikum verschreiben möchte, fragt ruhig nach, ob es Sinn macht, wie die Nebenwirkungen sind, wie es mit der Darmflora aussieht, usw!

Was tun wenn man bereits Antibiotika genommen hat? 

Schadensbegrenzung! Eine Darmsanierung (z.B. mit „Omniflora“) ist wichtig und hilft das Gleichgewicht der Darmflora wieder herzustellen. Probiotische und präbiotische Lebensmittel unterstützen die Wiederherstellung einer gesunden Darmflora. Dazu zählen z.B. fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Kimchi, Naturjoghurt, Artischocken, Chicorée, Gewürzgurken, Apfelessig,…

Wie Oma bereits sagte: „Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage.“ 

Bleibt/werdet gesund!! 

Diät – Mythen, Missverständnisse und Murks

 

  1. „Wenn ich trainiere baue ich so schnell Muskeln auf und wirke dann gleich zu bulky!“

Interessant finde ich hierbei, dass man diesen Satz wohl ausschließlich von Frauen hört, und zwar von jenen die noch nie richtig trainiert haben. Ladies, leider fehlt uns die entscheidende Prise Testosteron um so „schnell“ Muskulatur aufzubauen wie Männer das können. (Und selbst die kämpfen jahrelang für ein paar Gramm Qualitätsmasse! ;))

 

  1. „Ich möchte keine Muskeln aufbauen, nur abnehmen für eine knackige Figur und um zu definieren!“

Was denn nun? Abnehmen = Gewicht verlieren → die Zahl auf der Waage geht runter, oder eine knackigere Figur mit schönen, sportlichen Kurven = Muskulatur aufbauen → die Zahl auf der Waage geht ggf. hoch? „Straffe“ Beine, den Knackpo und eine allgemein sportliche Form ist ohne das Bauen einer Basis durch Muskelaufbau nicht zu erreichen! Das Reduzieren des Körperfettes ist danach essentiell für den Feinschliff. Eine Diät mit dem Ziel der Fettreduktion macht schlicht keinen Sinn, wenn nicht ausreichend Muskelmasse vorhanden ist, die „freigelegt“ werden kann! Gerade Personen, die zwar einen hohen Körperfettanteil haben, aber dennoch schlank sind, können durch eine solche Diät eher ausgezehrt statt athletisch aussehen.

 

  1. „Mein Körper braucht Kohlenhydrate!“

Falsch! Kohlenhydrate sind für uns nicht essentiell. Dein Körper kann seine Energie wunderbar aus Fetten und Eiweiß ziehen. Das Gefühl dass du Kohlenhydrate brauchst ist nichts als eine Gewohnheit.

 

  1. „Laut Fitbit liegt mein Grundumsatz bei 3500 Kcal. Warum nehme ich mit 1000 Kcal Defizit, also 2500 Kcal nicht ab?“

Weil dein Fitbit dich, deine gesundheitliche Situation und andere persönliche, wichtige Faktoren wie z.B. deine Diätvergangenheit nicht kennt und nur mit ungenauen Algorithmen arbeiten kann. Für eine realistische Berechnung deines Kalorienbedarfs, konsultiere einen professionellen Coach!*

 

  1. „Das enthält keinen Zucker! Es ist mit Honig/ Agavendicksaft/ Kokosblütenzucker/ Rohrzucker/ Dateln/ Fruchtzucker gesüßt!“

Ja genau! Deine veganen Energyballs sind super gesund. Und hochkalorisch, denn Zucker ist Zucker ist Zucker! Alle oben genannten „natürlichen“ Süßungsmittel sind schlicht ZUCKER in verschiedenen Formen und Farben! 😉

 

*Bei Fragen zu meinem Coaching, verwende gerne mein Kontaktformular.

 

Erfolg und Scheitern im Coaching

Du überlegst dir professionelle Unterstützung zu holen um deine Fitness Ziele zu erreichen? Dann solltest du dir den folgenden Text zu Gemüte führen:

Ein gut ausgebildeter, erfahrener Coach kann dir helfen endlich die paar Extrakilos loszuwerden, die du schon ewig mit dir rumschleppst. Sie oder er kann dich dabei unterstützen nach einer Schwangerschaft wieder in Form zu kommen, Gewicht zuzunehmen, oder nach zahlreichen Diäten wieder den Stoffwechsel zu regulieren. Die Ziele und Möglichkeiten sind vielfältig. Es gibt allerdings einen Punkt mit dem der Erfolg eines Coachings steht oder fällt: Deine eigene Mitarbeit!

Du kannst dir den besten oder teuersten Coach besorgen – es wird dir aber nichts bringen wenn du ständig Ausreden findest und Kompromisse machst! Die Rechnung ist ganz simpel: du darfst keine 100% Erfolg erwarten wenn du nur 50% gibst! Es ist nicht damit getan einen Coach zu bezahlen! Mach dir klar, dass nur DU selbst Dinge ändern kannst! Du würdest gerne 5kg abnehmen, aber „irgendwie“ funktioniert es nicht? Könnte es sein dass du den Plan deines Coaches nicht so wirklich 100%ig umgesetzt hast? Gab es vielleicht hier oder da mal etwas eine kleine Ausnahme…? Wir Menschen sind Meister der Selbstmanipulation. Wer keinen Weg (=Disziplin) findet, der findet Ausreden.

Hast du dich damals in der Schule darauf verlassen, dass dein Lehrer dafür sorgt dass du gute Noten schreibst? Höchst wahrscheinlich nicht. Dein Lehrer hat dir Wissen vermittelt und DU musstest dich hinsetzen und lernen um gute Leistungen zu erbringen! Genauso ist es im Coaching. Wir Coaches vermitteln das Wissen, erstellen mit dir zusammen einen Bauplan und geben dir die Werkzeuge. Dein Haus bauen musst du selbst! („Dein Körper ist dein Tempel“….)

Sei ehrlich zu dir, sei ehrlich zu deinem Coach und gib alles bei eurer Zusammenarbeit. Nur so wirst du mit dir und dem Coaching zufrieden sein.

Du bist motiviert und wünschst dir professionelle Unterstützung? Schick mir gerne eine Nachricht über mein Kontaktformular!

Fitness Apps – Fluch oder Segen?

Wer sich einmal im entferntesten mit dem Thema Ernährung befasst hat wird um die sogenannten Fitness Apps zum tracken der Makronährstoffe nicht herumgekommen sein. Wird ein gewisses sportliches Ziel, wie z.B. Fettreduktion oder Muskelaufbau angestrebt, das einen Überblick über die Ernährung und die genaue Zusammensetzung der Makros erfordert, so sind die Apps von denen es bereits zahlreiche freie und kostenpflichtige Versionen auf dem Markt gibt eine äußerst praktische Hilfe. Die Handykamera agiert als Barcode-Scanner und so können alle verpackten Lebensmittel direkt von der App erfasst werden. Man muss lediglich selbst noch die Menge (Gramm oder Stückzahl) angeben und schon wird die gesamte Tagesbilanz von allen Mahlzeiten, sowie die konsumierten Kohlenhydrate, Fette und das Eiweiß erfasst und gespeichert. Man bekommt sogar Aufschluss über die Mikronährstoffe (mehr oder weniger genau).

Die heute verfügbaren Apps hätte ich mir in den Zeiten gewünscht, in denen ich tagtäglich meine Makros und Kalorien selbst ausrechnete und in meinen Kalender schrieb um einen Überblick über meine Diät zu bekommen, besser planen zu können und eventuelle Fehlerquellen zu entdecken.

Bei meinen Coaching Kundinnen bevorzuge ich die makrobasierte Ernährung, was bedeutet dass ich die Makronährstoffe individuell für sie ausrechne und sie mit einem Beispielernährungsplan ausstatte. Da meiner Meinung nach die beste und effektivste Diät (=Ernährungsweise) jene ist, die am längsten durchgehalten werden kann – die bei der man sich kein Hühnchen und Reis reinwürgen muss, da man weder Hühnchen noch trockenen Reis mag – überlasse ich die Auswahl der Nahrungsmittel meinen Mädels in der Regel selbst. Die Vorteile der Apps liegen hier ganz klar auf der Hand! Zu Beginn hilft das Tracken ein Gefühl für die Energie und Nährwertangaben der präferierten Lebensmittel zu bekommen, später dient sie zur besseren Planung der Mahlzeiten und zur „Entkomplizierung“ der Diät. Bei genauer Einhaltung der Makros und möglichst genauem Tracken kann ich als Coach sehen, welche Änderungen ggf. vorgenommen werden müssen um weitere Fortschritte zu erzielen.

Darüber hinaus ist eine sehr flexible Gestaltung der Diät möglich, da die Datenbank der Apps nahezu jedes im Supermarkt erhältliche Lebensmittel umfasst. Das Einspeichern der Nahrungsmittel erfordert anfangs etwas Übung, der routinierte Trackende braucht aber kaum 5min um seine Mahlzeiten zu speichern.

 

Klingt eigentlich alles super, oder? Natürlich gibt es aber auch eine Kehrseite der Medaille. Die Kontrolle des täglichen Essens kann unter Umständen in exzessives Verhalten umschlagen. Einmal an die genaue Kontrolle gewöhnt, kann sie zu einem erheblichen Stressfaktor werden. Auch ist es recht schwer sich von dem anerzogenen Zwang wieder zu lösen und nach Gefühl zu essen. Jedes Lebensmittel wird grammgenau abgewogen, auswärts essen wird zum Horror, weil man nicht genau weiß in wie viel Öl das Fleisch gebraten wurde oder was alles im Salatdressing steckt. Kaffeetrinken und Kuchen essen mit der Familie? Schwierig, das kann man schlecht tracken. Ebenso das selbstgekochte Mittagessen von Mama…

 

Wann ist es wirklich sinnvoll zu tracken?

 

  1. Du hast ein Ziel vor Augen, das du in einem gewissen Zeitraum erreichen möchtest. Ein angestrebter Wettkampf oder ganz allgemein eine gewünschte Veränderung der Körperkomposition können Gründe sein um den eigenen Erhaltungsbedarf zu ermitteln, sich einen Überblick über die Ernährung zu verschaffen und diese zu optimieren.

 

  1. Du hast keine Ahnung wie viel Protein du isst. Vorübergehendes Tracken deiner Lebensmittel hilft dir dabei, deinen Ist-Zustand zu ermitteln und deine Proteinzufuhr zu optimieren.

 

  1. „Heißhunger“ ist dein zweiter Vorname und du weißt überhaupt nicht, wie viel oder wenig du eigentlich isst. Hunger ist keineswegs ein Signal unseres Körpers das uns alarmiert wenn wir Energie in Form von Essen brauchen. Tracken kann bei häufig auftretendem, unerklärlichen Heißhunger Aufschluss über die Ursachen geben.

 

Wann solltest du auf das Tracken getrost verzichten?

 

  1. Du hast dich noch nie mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt und machst dich gerade mit den Basics vertraut. Damit du einen Vorteil aus dem Tracken deiner Makros ziehen kannst, solltest du bereits wissen was Kohlenhydrate, Protein und Fette sind und wofür dein Körper sie benötigt. Darüber hinaus schadet es keineswegs zu wissen wie verschiedene Lebensmittel einzuordnen sind. (Was sind Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettquellen.) Ohne Vorwissen über grundlegende Ernährungsregeln mit dem Tracken anzufangen gleicht dem Bestreben ein Gedicht zu schreiben obwohl du noch nicht lesen kannst.

 

  1. Du hast bereits einen extrem guten Überblick über deine Ernährung und die Zusammensetzung deiner Nahrungsquellen. Tracken gibt dir trotzdem ein Gefühl von „Sicherheit“. Vertraue deiner Erfahrung, deinen Fähigkeiten und deinem Bauchgefühl!

 

  1. Du hast kein spezifisches Ziel, dass du derzeit erreichen möchtest, außer fit und gesund zu sein. Ein Grundwissen über gesunde und ausgewogene Ernährung ist hilfreich und wünschenswert, jedoch musst du dich nicht von einer App abhängig machen um dich wohlzufühlen. Das widerspricht sich. 😉

 

Egal ob das Tracken für dich eine Hilfe oder ein nerviger Stressfaktor ist, jeder muss „Kosten“ und Nutzen für sich selbst überlegen und abwägen. Wenn du ein bestimmtes Ziel erreichen möchtest, so wird dies nicht innerhalb deiner Komfortzone passieren. Das „unbequeme“ Tracken gehört oft einfach dazu wie die Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung an sich. Wichtig ist, die Balance zu finden und auch nach Diäten, nach den Phasen in denen penibel getrackt werden muss das Handy beiseite legen zu können um Essen einfach mal zu genießen. 🙂

 

Stoffwechsel kaputt durch Diäten?

Wer schon einmal oder gar öfter mit Hilfe einer kalorienreduzierten Diät versucht hat seinen Körperfettanteil zu reduzieren, der weiß dass es in der Regel nicht damit getan ist, konstant ein gewisses Defizit beizubehalten. Erreicht man ein Plateau, also einen Stillstand bei dem über mehrere Wochen keiner der Indikatoren (wie z.B. die Waage, Maßband, Caliper) Veränderungen zeigen, so muss das kalorische Defizit erhöht werden um weitere Erfolge zu verzeichnen. Dies geschieht entweder über die Erhöhung der körperlichen Aktivität (mehr Energie wird verbraucht) oder über die Reduktion der zugeführten Energie (weniger Futter).

Dein Körper ist ein ganz hervorragender Überlebenskünstler, dessen primäres Ziel aus der Sicherung aller lebensnotwendiger Faktoren besteht.  Um zu verdeutlichen, wie sich dein Körper in „Hungerzeiten“ verhält, teile ich seine Bedürfnisse einmal in Grund- und Luxusbedürfnisse auf. Funktionen wie der Herzschlag und die Hirnaktivitäten zur Steuerung aller unwillkürlichen Überlebensmechanismen wie z.B. der Atmung müssen um jeden Preis aufrecht erhalten werden und dafür wird eben Energie gebraucht. Dass du Muskulatur mühsam aufbauen und diese auch erhalten willst, ist ein absolutes Luxusbedürfnis! Ein überdurchschnittlich hoher Muskelanteil den es bedarf, um einen athletischen Look mit knackigem Po, kurvigen Beinen, runden Schultern zu bekommen verbraucht auch überdurchschnittlich viel Energie. Der Sexualtrieb und die Reproduktionsfähigkeit zählen ebenso zu den Luxusbedürfnissen. Sie sind zwar wichtig für das Bestehen der Menschheit, nicht aber für dein eigenes Überleben. Glücklich sein? Luxus! Auch die Produktion von den „Glückshormonen“, den Endorphinen, Serotonin, Dopamin und Co. verbraucht Energie!

Entscheidest du dich also für eine Diät im kalorischen Defizit, so gerät dein Körper nun in die Misere weniger Energie zur Verfügung zu haben als er für die Erhaltung aller Bedürfnisse und Funktionen benötigt. Er setzt automatisch Prioritäten und schaltet in den Energiesparmodus. Die essentiellen Grundbedürfnisse und Funktionen werden mit der gelieferten Energie zuerst gedeckt, die Luxusbedürfnisse danach, sofern noch Energie übrig bleibt.

In fortgeschrittenen Stadien von Diäten kann es also dazu kommen, dass der Körper weitere Sparmaßnahmen auf endokrinologischer Ebene trifft, die den Sexualtrieb, den weiblichen Zyklus, positive Emotionen und das allgemeine Wohlbefinden negativ beeinflussen. Dein Körper denkt sehr simpel: „Wer selbst nicht genug zu fressen hat, kann auch nicht für das Überleben von Nachkommen sorgen.“ Daraus resultiert nicht selten bei Frauen eine Amenorrhoe, bei Männern eine chronische „Unlust“.

Dein Stoffwechsel kann sich leider und zum Glück an neue Ernährungssituationen anpassen. Was für unsere Vorfahren in Kriegs- und Hungerzeiten ein großer Vorteil war, ist für uns (eine verwöhnte Generation die im Überfluss lebt) nur eine lästige Hürde bei der Fettreduktion. Das Problem: Hat sich unser Körper erst einmal an eine geringere Energiezufuhr gewöhnt und seinen Erhaltungsbedarf runter reguliert, so speichert er alles was er darüber hinaus „zu beißen“ bekommt für Notzeiten ein. Ergo, isst du mehr als deinen erniedrigten Erhaltungsbedarf, nimmst du wieder zu, und zwar schneller als zuvor. Bleibst du bei deinen Diätkalorien, so wirst du schnell wieder das nächste Plateau erreichen und gezwungen sein, deine Kalorien noch weiter zu reduzieren um weiter abzunehmen. Du befindest dich in einer Abwärtsspirale.

Die Lösung: Niemand möchte dauerhaft im Defizit bleiben und akribisch auf Kalorien achten. Es ist wichtig, die Reißleine zu ziehen und dem Teufelskreis zu entkommen. Eine schrittweise Erhöhung der Kalorien ist unumgänglich. Ja, du wirst erst einmal sehr wahrscheinlich zunehmen. Nein, die Adaption deines Stoffwechsels nach oben geht nicht von heute auf morgen. Je nach Diätvorgeschichte, Alter, allgemeiner Gesundheit, uvm. kann es einige Monate bis Jahre dauern bis du wieder bei einem „normalen“ Erhaltungsbedarf angekommen bist, ABER es lohnt sich!

Kalorienreduzierte Ernährungsformen können vielseitige negative Auswirkungen haben, vor allem wenn sie ohne Fachkenntnisse und planlos durchgeführt werden. Auch wenn wir mit jeder Reduktionsdiät im Grunde gegen den Überlebensmechanismus unseres Körpers ankämpfen müssen, so sollten wir dankbar dafür sein, wenn alles so funktioniert wie es die Natur vorgesehen hat.

Solltest du professionelle Unterstützung bei der Umstellung oder Planung deiner Ernährung wünschen, schick mir gerne eine Nachricht übers Kontaktformular.

Eure Kathi

Über Motivation und Balance…

Es waren einmal zwei Worte, die von Instagram „Sternchen“ in mindestens 8 von 10 Posts zwangsläufig erwähnt werden müssen, wenigstens in den Hashtags, um Authentizität zu vermitteln. Ich möchte dir jetzt weder davon erzählen wie ich meine ultimative, ungebrochene Motivation gefunden habe, noch wie auch du die perfekte innere Balance findest. Was für ein toller Aufhänger für einen Text, nicht wahr..?

Es ist die Zeit des Jahres in der Ruhe einkehren soll, alles wird entschleunigt. Die Zeit die man mit seinen Liebsten verbringt. Die Weihnachtsmärkte haben geöffnet, draußen ist es eisekalt und dunkel, drinnen gemütlich und warm und an jeder Ecke lauern Versuchungen. Lebkuchen, Glühwein, Bratwurst, Schokoweihnachtsmänner und andere Süßigkeiten, alles in herrlich glänzendem Rot oder Gold verpackt. Der Sommer ist gefühlt Lichtjahre entfernt. Bikini, Hotpants und kurze Kleider sind in die hintersten Ecken des Kleiderschrankes verbannt. Leggings, große, weite Schlabberpullis, Schals und Mützen sind Alltagskleidung. Eigentlich ist das doch perfekt, oder? Die winterliche Kleidung bietet direkt mehr Platz und Gelegenheit um das ein oder andere Schokoröllchen an Bauch und Hüfte zu kaschieren. Außerdem kann man die weihnachtliche Canergy (Candy-Energy) ja super ins Training investieren und ab dem 1.1. kann man ja eh wieder anfangen für den Sommer in Form zu kommen, oder…?

Der oben stehende Text beschreibt vielleicht Dich, oder zumindest einen Großteil deiner Mitmenschen.

Gibt es Menschen die permanent ein Ziel vor Augen haben? Jene dessen Motivation nicht am 1.1. aus ihrem Versteck gekrochen kommt und sich spätestens am 1.2. wieder im Keller versteckt? Es gibt sie tatsächlich! Menschen die das ganze Jahr über gewillt sind ihre Ziele zu verfolgen und alles daran setzen ihnen näher zu kommen. Motivation sollte kein Verfallsdatum haben!

…aber was ist das eigentlich, dieses „Motivation“ von dem immer alle reden?!

Jeder möchte einen tollen Körper, schlank, durchtrainiert und athletisch aussehen, natürlich mit möglichst geringem Körperfettanteil! Wir wollen uns dabei wohlfühlen und auf nichts verzichten müssen! Verzicht würde nämlich das Wohlbefinden einschränken. Wohlbefinden = Wohlfühlzone. Wohlfühlzone = kein Aufwand, Stress, keine Kompromisse, keine Einschränkungen. Und nun finde den Fehler!

Hier ist die unbequeme Wahrheit: In deiner Wohlfühlzone wirst du deine Ziele nicht erreichen! Ohne Einschränkungen, Verzicht und Extraaufwand wird sich dein Körperfettanteil nicht reduzieren und deine Muskeln nicht wachsen. Das interessante ist nun, dein momentanes Wohlfühlen ist vielleicht gar kein echtes Wohlfühlen. Klar, du kannst essen was du willst, du brauchst dieses anstrengende Training nicht so oft, hast Abends mehr Zeit für Netflix, aber fühlst du dich wirklich wohl dabei? Oder ist das ein Schein? Lass dir sagen, mit einem fitten, gesunden Körper wird Wohlbefinden neu definiert! Das Brechen der eigenen Grenzen fühlt sich verdammt gut an! „Aber Kathi, ich würde ja sooo gerne! Nur hab ich einfach keine Motivation! :(“

Jetzt kommt der nächste Clue: Motivation kannst du dir nicht kaufen! Keiner kann sie dir geben, schenken oder herstellen! Kein Coaching der Welt kann dich motivieren ohne dass du selbst was dafür tust, denn Motivation ist deine eigene Entscheidung! Du entscheidest dich dafür den Schritt aus der Wohlfühlzone herauszugehen und es anzupacken. Du entscheidest dich dafür extra Aufwand zu betreiben, dich vorzubereiten, dein Essen abzuwiegen und zu tracken.

„Aber jetzt in der Weihnachtszeit ist es für mich echt schwer auf Süßes zu verzichten!“ Aha. Für dich ist es also schwer? Ich betreue Frauen die auch in der Weihnachtszeit ihre Diät durchziehen weil sie das Ziel haben sich auf den Urlaubsbilder im nächsten Sommer wohlzufühlen. Die mögen Schokolade mindestens genauso gerne wie du. Ich weiß selbst wie es ist im Dezember auf Diät zu sein und ein Ziel zu verfolgen. Und du kannst dir sicher sein, ich liebe nicht nur Schokolade, sondern wirklich alles essbare das mit Weihnachten zu tun hat! Der Punkt ist, Du entscheidest ob, wie viel und was du naschst auf dem Weihnachtsmarkt. Es ist deine Verantwortung ja oder nein zu sagen wenn dir etwas angeboten wird. Es liegt in deiner Hand ob du bei der Weihnachtsfeier deiner Firma reinhaust, oder eventuell schon vorher isst um nicht hungrig den „Gefahren“ entgegenzutreten.

Und wo genau bleibt jetzt die Balance?

Balance ist etwas das jeder für sich persönlich definieren muss, und zwar nach den eigenen Zielen. Es kann bedeuten dass du vier Monate des Jahres knallhart und ausnahmslos eine Wettkampfdiät durchziehst und das restliche Jahr eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit mehr Kalorien anstrebst. Balance kann auch bedeuten dass du dich im Alltag gesund ernährst, bewusst isst und dir jeden Freitag Abends eine Pizza bestellst. Balance kann heißen, dass du dir jeden Tag als Dessert einen Kinderriegel nach deiner Gemüsepfanne einrechnest. Es gibt so viele Facetten und nicht DEN einen richtigen Weg.

„Wie machst du das eigentlich..?“

Ich habe in meinem letzten Blogpost erklärt weshalb ich nicht mehr anstrebe an Wettkämpfen teilzunehmen. Somit habe ich auch kein konkretes Ziel auf das ich aktuell hinarbeite. Nichts desto trotz sind meine Hauptmahlzeiten unter der Woche (Frühstück, Mittag, Abendessen) der Einfachheit halber immer gleich. Ich fühle mich mit geplanten Mahlzeiten über die ich mir keine Gedanken machen muss wohl. Zwischendurch esse ich verschiede Snacks wie Obst, Eiweißriegel oder – tatsächlich- auch mal Süßkram! Am Wochenende gibt es meist zwei feste Mahlzeiten und den Rest plane ich lockerer. Das ist meine aktuelle Balance, ohne dass ich auf ein bestimmtes Ziel hinarbeite.

Balance in der Weihnachtszeit kann bedeuten dass du die Vorweihnachtszeit diszipliniert durchziehst und an Heilig Abend nach Plan isst, abends aber ohne Reue mit deiner Familie schlemmen kannst. Aber auch hierbei gilt: Balance ist individuell und nach deinen Zielen zu definieren!

Wenn du motiviert bist den Schritt aus deiner Wohlfühlzone herauszugehen, aber nicht weißt wie du es anstellen sollst, schick mit gerne eine Nachricht über das Kontaktformular!

Genieß die Weihnachtszeit, aber lass nicht zu dass sich deine Motivation unterm Schlabberpulli versteckt! 😉

Wettkampfambitionen (Teil 2)

Den ersten Teil findest du hier: Wettkampfambitionen (Teil 1)

Der folgende Text schildert meine sehr persönlichen, subjektiven Erfahrungen und Gedanken.

Meine erste Wettkampfsaison war so schnell vorbei wie sie angefangen hatte. Ich hielt zwei Pokale in den Händen, sah mein Bild in der FLEX, war stolz auf meine Erfolge und eines stand fest: der Wettkampfsport war nach wie vor befremdlich, aber ich hatte Blut geleckt!

Von dort an reihte sich eine Wettkampfsaison an die nächste. Diätpausen wurden immer kürzer, Vorbereitungen dafür immer länger. Im Herbst 2011 stand ich bei meinem dritten Wettkampf überhaupt zum ersten Mal auf einer internationalen Bühne. Bei der Arnold Classic Europe in Madrid verpasste ich zum ersten und auch letzten Mal knapp das Finale. Es war dennoch eine wahnsinnig tolle Erfahrung. Die Reise, das Teamgefühl, die Location, überhaupt das ganze Drumherum kreierten unvergessliche Erinnerungen.

In den folgenden Jahren stand ich mehrfach in den USA, Kanada, Spanien und Finnland auf der Bühne. Mein Sport ermöglichte mir Reisen in tolle Länder mit denen ich meine ganz persönliche Erfolgsgeschichte verbinde und ich durfte interessante Menschen kennenlernen.

Bei Europameisterschaften und der Weltmeisterschaft zog ich bei jeder Teilnahme ins Finale ein, in den USA erreichte ich einmal sogar eine Top 3 Platzierung bei der Arnold Classic und in Finnland durfte ich nach erstmaliger Zusammenarbeit mit Coach Burak meinen ersten internationalen Sieg feiern. Sponsorenverträge wurden geschlossen und namenhafte Fitnesszeitschriften wie die Muscle&Fitness veröffentlichten mehrseitige Portraits von mir.

In diesen Momenten wusste ich, dass all die harte Arbeit, mein Verzicht, meine Selbstdisziplin sich ausgezahlt hatten. Ich war angekommen und ging voll und ganz in dem Sport auf. Mein jahrelanges Training trug Früchte und ich hatte einen Weg gefunden, meine sportlichen Ergebnisse zu präsentieren.

Das Mädchen das sich in der Vergangenheit oft einen Tarnumhang gewünscht hatte, stand nun öfter vor Kameras. Bilder für Werbeanzeigen und Videos wurden aufgenommen. Auf der Fibo kannten Menschen plötzlich meinen Namen, gratulierten mir zu Wettkampferfolgen und wollten sich mit mir fotografieren lassen. Menschen interessierten sich für mein Training und meine Ernährung, wollten wissen was mein „Geheimrezept“ ist, welche Übung für den Po DEN Unterschied macht.

All das hat mir sicherlich sehr geschmeichelt, aber eines konnte ich nicht verstehen: warum interessieren sich so viele Leute ausgerechnet für mich?

Wer selbst schon Wettkampfvorbereitungen ernsthaft durchgezogen hat weiß, dass alle happy-sunshine-gute-laune Bilder von Athleten auf Instagram definitiv nicht die Wahrheit wiederspiegeln. Du hast ein Ziel vor Augen und einen Tunnelblick. Du bist dein eigener Mittelpunkt und auf deinem Weg zum Ziel schaust du nicht nach rechts oder links – nicht zurück sondern nur gerade aus nach vorne. In der Vorbereitung habe ich mich grundsätzlich zurückgezogen. Familientreffen habe ich gemieden, denn dort wurde gegessen und mein Essen war strickt geplant und abgewogen. Anderen beim fröhlichen Schlemmen zuzusehen gehörte nicht zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Der Tagesablauf wurde nach Training und Mahlzeiten geplant. Abends kochte ich vor, wog meine Mahlzeiten ab bevor ich sie fein säuberlich auf gleichgroße Plastikdosen aufteilte. Zu Zeiten vor Fitnessapps schrieb ich tagtäglich die Nährwerte aller meiner Lebensmittel in meinen Kalender und rechnete Makros und Kalorien aus. Der Sport stand an erster Stelle. Keine Trainingseinheit wurde verpasst, kein Krümel wurde zu viel gegessen.

Kinobesuche oder allgemein Abende mit Freunden waren auf Diät hinfällig, da ich nicht zu lange nach meiner letzten Mahlzeit wach bleiben wollte um nicht Gefahr zu laufen Hunger zu bekommen.

Überhaupt war mein Sozialleben zeitweise nicht mehr existent, soziale Interaktionen beschränkten sich auf Gespräche über den Sport und Ernährung. Meistens waren es Erklärungen und Rechtfertigungen. „Warum isst du so wenig?“, „Warum isst du nur aus Tupperdosen?“, „Schmeckt das überhaupt?!“, „Was würde passieren wenn du jetzt ein Stück Schokolade essen würdest?“, „Darfst du xyz essen, oder nicht?“, „Du bist aber dünn geworden!“ – Wenn ich jedesmal 5 Cent bekommen hätte für diese Bemerkungen oder Fragen, dann wäre ich jetzt reich! Eine Frage tauchte auch oft auf: „Warum machst du das eigentlich?“

Ja, warum mache ich das eigentlich? Das fragte ich mich auch häufiger, besonders aber in den schwierigen Endphasen von Diäten in denen das kalorische Defizit so groß war, dass der Körper begann auf Sparflamme umzustellen und Funktionen die nicht zum Überleben gebraucht werden herunterzufahren. Die Produktion von Endorphinen, Serotonin und Co hielt mein Körper in diesen Zeiten auch für unnötige Energieverschwendung. Seither weiß ich wie es sich anfühlen muss, von einem Dementoren „geküsst“ zu werden. (Für alle Muggel unter euch: Dementoren sind Wesen aus den Harry Potter Büchern, die einem alle Glücksgefühle und die Seele aussaugen, sodass nur noch eine zwar funktionsfähige, aber seelenlose Hülle des Menschen zurückbleibt.)

Warum nehme ich all die Einschränkungen, die Selbstkasteiung und den Zeitaufwand in Kauf? Wofür überhaupt? Dafür dass ich mich für fünf Minuten auf einer Bühne zeigen darf und ausschließlich nach meiner Optik bewertet werde? Dafür dass mir letztendlich nur der dritte Platz gegeben wird, weil fünf von neun Kampfrichter blonde Haare präferieren? Dafür dass ich von dort oben aus sehen kann wie die Kampfrichter ihre Köpfe zusammenstecken und sich beraten, obwohl das Kampfgericht doch neutral werten sollte? –Nein!

Wettkämpfe haben mir ein Ziel geboten auf das ich hinarbeiten konnte. Der Weg war jedoch das eigentliche Ziel. Ich bin oft an meine Grenzen gestoßen, habe sie überwunden und neu definiert. Ich bin stärker geworden und habe gelernt mit Niederlagen umzugehen.

Dem Sport und meiner Wettkampfzeit habe ich sehr viel zu verdanken! Die Zeit hat mich, meine Persönlichkeit sehr geprägt, ich habe das für mich selbst getan, Selbstbewusstsein und Stärke gewonnen. Ich weiß was ich will und was ich nicht (mehr) will. In all den Jahren habe ich mein Herzblut und immer 100% gegeben, konnte mich trotzdem nie komplett mit dem Sport identifizieren, denn auf der Bühne zählt nur eines: deine schöne Hülle! Wenn du dort oben unter den Scheinwerfern stehst weiß niemand dass du bereits als Kind angefangen hast ein Instrument zu spielen, dass du dich gerne bildest und durchaus zu mehr in der Lage bist als stupide Selfies auf Instagram zu posten. Deine Fähigkeiten, deine Seele, deine Interessen, deine Bildung und dein echtes Leben interessieren einfach niemanden wenn du dort oben stehst. Das einzige was zählt ist das Bild das du in den fünf Minuten auf der Bühne präsentierst und dass deine Ausstrahlung sagt „ich habe großen Spaß hier und eigentlich sehe ich eh immer so aus!“.

Bereue ich meine aktiven Wettkampfjahre? Auf keinen Fall! Ich habe alle Höhen und Tiefen bewusst und gerne erlebt! Die Jahre haben mir viel gegeben und sicher auch vieles genommen, aber rückgängig machen würde ich nichts!

Im Frühjahr 2017 startete ich den letzten Anlauf und bereitete mich auf einen Wettkampf in Südafrika vor. Die Vorbereitung lief super, es ging mir gut und meine Knieverletzung schien gut mitzuspielen. Leider wurden Teilnehmer aus europäischen Ländern kurzfristig vom Wettkampf ausgeschlossen sodass die Vorbereitung zu einer „normalen“ Diät wurde. Rückblickend sehe ich dieses Ereignis als Wink vom Schicksal und Zeichen, dass ich den Swarovski-besetzten Glitzerbikini an den Nagel hängen sollte. Mein Leben hat sich sehr zum positiven verändert seitdem ich meine Energie und Ehrgeiz außerhalb des Sportes einsetzen kann. Ich liebe es anderen Frauen dabei zu unterstützen ihre sportlichen Ziele zu erreichen und meine Erfahrungen zu teilen. Die Ziele können unterschiedlichster Natur sein: Reduktion des Körperfettanteils, Aufbau von Muskulatur oder stärker werden. Ich betreue viele Frauen und auch Mütter nach ihren Schwangerschaften denen ich helfe wieder zu ihrer alten Form zurückzukommen, bzw. diese noch zu toppen.

Das Kapitel der Wettkämpfe ist für mich abgeschlossen. (Das Training genieße ich auch nach mittlerweile 12 Jahren noch sehr!) Ich hatte eine tolle Zeit für die ich sehr dankbar bin, aber diese Zeit ist vorbei und das echte Leben bietet so viel mehr.

Wettkampfambitionen (Teil 1)

…wie alles began.

Wenn du auf diesen Artikel geklickt hast, dann könnten zwei Beweggründe dahinter stecken.

  1. Du hast selbst den Wunsch den Schritt auf die Bühne zu wagen, oder
  2. Dich interessiert meine persönliche Geschichte und zukünftige sportliche Planung?

Auf beide Annahmen werde ich im Folgenden eingehen. Um meine Gedanken für dich greifbar zu machen, möchte ich dir erzählen wie ich zum Wettkampfsport kam und wie ich diese Zeit erlebte. Im Jahr 2011 fand erstmalig ein Bikiniwettkampf als „Vorprogramm“ für den Profiwettkampf auf der FIBO statt. Ich saß im Publikum und beobachtete das Spektakel wobei ich oft den Tränen nahe war – vor Lachen!

Eine Mischung aus absoluter Fremdscham und Entertainment begleitete mich durch den Abend. Ähnliche Gefühle kannte ich bisher nur vom schauen diverser Shows auf RTL. Die Bikiniklasse wurde erst eine Saison zuvor im Jahr 2010 in Deutschland eingeführt und somit wussten weder die Kampfrichter noch die Teilnehmerinnen was eigentlich genau verlangt und bewertet werden sollte. Einheitlichkeit war ein Fremdwort beim „Posing“ und beim Styling. Lediglich bei dem wirklich bizarr wirkenden Popogewackel, Strippermoves und fürchterlichen Plateauschuhen, die ich zuvor nur aus Dokus über die Reeperbahn kannte waren sich die Mädels relativ einig. Kurzum: Mein erster Eindruck der Bikiniklasse war sehr befremdlich, um nicht zu sagen abstoßend!

Lediglich eines fiel mir recht positiv auf: die meisten Mädels sahen sehr schön trainiert aus, was „damals“ noch recht ungewöhnlich und selten war. (Für die jüngeren unter euch: Frauen im Kraftsport sind noch nicht allzu lange salonfähig!)

Ironischerweise wurde ich auf derselben Fibo von gleich mehreren Persönlichkeiten des DBFV und darüber hinaus von namenhaften Athleten angesprochen und gefragt ob ich nicht auch schon über eine Wettkampfteilnahme nachgedacht hätte. Es hieß ich hätte perfekte Voraussetzungen und würde sehr gut in die neue Bikiniklasse passen. Ich wollte davon gar nichts hören. Niiiiiemals(!) würde ich mich in einem viel zu kleinen Stück Stoff popowackelnd auf eine Bühne stellen und meinen fast nackten Körper vor viel zu vielen und noch dazu unbekannten Menschen präsentieren. Klar, der positive Zuspruch von so vielen Seiten schmeichelte mir, aber ich war die, die nie auffallen wollte. Das Mädchen das es hasst fotografiert zu werden. Die, die sich beim Sportunterricht nie vorne in die Schlange stellte um keine Übung vormachen zu müssen. Die, die sich am liebsten unauffällig kleidete (wenn es schon keine Tarnumhänge gibt..). Eines der wenigen Mädchen im Fitnessstudio zu sein bescherte schon für meinen Geschmack zu viel Aufmerksamkeit, aber das Training machte mir so viel Spaß, dass ich die Blicke zu ignorieren lernte.

Als ich mit 15 Jahren anfing im Fitnessstudio zu trainieren hatte ich Bilder von amerikanischen Fitnessmodels im Kopf. Diese hatten „perfekte“ Körper, tolle Schultern, muskulöse Arme und toll geformte Beine, Sixpacks, aber vor allem eines: Sie strahlten Stärke und Selbstbewusstsein aus. Ich, 15jährig, sehr lange 1,75m groß, sehr dürre 55kg leicht hatte schon immer eine sehr realistische Einschätzung von Dingen und glaubte niemals ansatzweise an den Look dieser Fitnessmädels heranzukommen. Aber hat es jemals geschadet Vorbilder zu haben? Nein! Und so trainierte ich, blieb am Ball. Fünf Jahre gingen ins Land, ich machte kleine Fortschritte, ging nach dem Abitur in die USA und trainierte dort so viel wie noch nie. Aufgrund der mangelnden Informationen zur Ernährung von Frauen mit sportlichen Zielen hielt ich mich an wertvolle Tipps aus der Flex. Wenn Ronnie Coleman mit kiloweise Kohlenhydraten diese Muskelberge aufgebaut hat, dann würde ich kleiner Hering doch wohl auch von Kartoffeln, Nudeln und Reis profitieren. Gesagt, getan! Eine Zeit lang bestanden meine Pre und Postworkout Mahlzeiten aus insgesamt 500g Vollkornnudeln (Rohgewicht!). Als ich aus den USA zurückkam brachte ich einige Kilo Muskeln mit, aber auch das ein oder andere Kilo Cheesecake Factory.

Zurück Zuhause packte mich der Ehrgeiz und ich wollte wissen was sich unter der „Wärmedämmung“ meines Körpers verbarg. Meine allererste Diät sollte über ca. sechs Wochen gehen. Ich startete mit 200g Kohlenhydraten (was für meine damaligen Verhältnisse eine immense Reduktion war), wenn ich mich recht entsinne ca. 130g Eiweiß und auf das Fett schaute ich zunächst gar nicht. Es war schon kompliziert genug auf Kohlenhydrate und Eiweiß zu achten und beide Werte tagtäglich handschriftlich in meinem Kalender festzuhalten und auszurechnen. (Myfitnesspal, FDDB und Co gab es damals noch lange nicht…)

Mein Ziel war es bis zur FIBO 2011 das Beste rauszuholen. In ca. 7 Wochen nahm ich 6kg ab und sah zum ersten Mal in meinem Leben trainierte Bauchmuskeln im Spiegel. Was für ein Erfolg!! Ich konnte meinen Körper durch Training und die richtige Ernährung gezielt positiv beeinflussen, konnte stärker werden, an den richtigen Stellen zunehmen und meinen Körper so formen wie ich das wollte. Und da war sie nun, die FIBO. Ich lief zum ersten Mal bauchfrei gekleidet rum, fühlte mich dabei deutlich unwohl und bekam dennoch äußerst positiven Zuspruch von so vielen Seiten. Athleten und Athletinnen die ich vorher nur aus der Flex und von Team-Andro kannte sahen mich und redeten mit mir. Es schmeichelte mir sehr dass ich angeblich eine perfekte Kandidatin für die neue Bikiniklasse sein sollte, aber erstens konnte ich mir nicht vorstellen dass ich wirklich gut genug dafür sein sollte mich auf einer Bühne vor so vielen Menschen zu präsentieren und zweitens wollte ich schon bei dem Gedanken daran schreiend im Kreis laufen.

Da ihr wahrscheinlich wisst dass ich ja doch irgendwie irgendwann auf die Bühne gegangen bin, kürze ich fix ab:

Nach der Fibo ließ mich der Wettkampfgedanke nicht los. Die neue Klasse bot Mädels wie mir die Möglichkeit die Ergebnisse ihrer harten Arbeit zu präsentieren ohne dabei übertrieben große Muskelberge vorweisen zu müssen. Rückblickend betrachtet hatte es mir großen Spaß gemacht einige Wochen lang auf ein Ziel hinzuarbeiten und wer sagte überhaupt dass ich dieses lächerliche Popogewackel mitmachen müsste? Der Reiz ins kalte Wasser zu springen wurde größer und ich beschloss sehr spontan an der nur eine Woche entfernten Hessenmeisterschaft im Frühjahr 2011 teilzunehmen. Ohne die Überredungskünste und große Hilfe von Regiane und Matze Botthoff wäre das nicht möglich gewesen!

Kurzum, eine Woche nach meiner Entscheidung stand ich in einem extrem kleinen blauen Glitzerbikini braun angemalt und mit ca. 3kg farbenfroher Spachtelmasse im Gesicht auf einer Bühne vor viel zu vielen Menschen. Die 11cm Plateauschuhe trugen nicht gerade zu gesteigertem Wohlbefinden bei. Auf übertriebenes Popogewackel hab ich verzichtet. Nicht nur weil ich es hochgradig albern fand, sondern auch weil das blanke Überleben und nicht auf die Fresse fallen schon zu viel Konzentration erforderte.

Wie auch immer, ich belegte den 2. Platz, qualifizierte mich bei meinem ersten Wettkampf für die Deutsche Meisterschaft und stand ehe ich mich versah schon wieder angemalt und eingeölt auf einer diesmal noch größeren Bühne vor noch mehr Menschen. Aus meiner anfänglichen Überwindung resultierte großer, persönlicher Erfolg. Ich hatte Spaß daran an meinem Körper zu arbeiten und die Arbeit zu präsentieren. Der Grundstein für meine sportliche Karriere war gelegt und die internationalen Bühnen rückten bald schon in greifbare Nähe.

Im 2. Teil erzähle ich mehr über meine persönlichen Erfahrungen während Wettkampfvorbereitungen, Opfer die ich bringen musste und wie es für mich in dem Sport weitergeht.